In dieser Episode tauschen sich Karim El-Gawhary und sein Gast die Nahost- und Kriegsreporterin Petra Ramsauer, die hauptsächlich für die NZZ am Sonntag arbeitet, über die Entwicklungen im Konfliktherd Nahost aus. Im Gespräch versuchen sie die Lage am Golf, an der Straße von Hormus, im Iran, im Jemen, in Syrien, dem Libanon und am Ende in Gaza herunterzubrechen und auch analytisch gemeinsam mögliche weitere Szenarien herauszuarbeiten. Nicht immer sind sie sich einig, aber trotz Krisen, Repression und humanitärer Not richten beide den Blick auch auf gesellschaftliche Veränderungen und mögliche politische Auswege.
Karim El-Gawhary spricht mit der Nahost-Reporterin Petra Ramsauer über die wachsende Instabilität in der Golfregion. Die beiden analysieren, wie der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran das alte Sicherheitsversprechen der USA gegenüber den Golfstaaten infrage stellt und neue Bündnisse wie den Mekka-Pakt entstehen lässt. Im Iran diskutieren sie die Repression des Regimes, die Angst der Bevölkerung vor einem Syrien- oder Irak-Szenario und die Frage, ob ein Regimewechsel eher Stabilität oder Chaos bringen würde. Ein weiteres Thema sind die Houthis im Jemen, deren militärische Stärke sowie die humanitäre Krise und die strategische Bedeutung der Meerengen Hormus und Bab al-Mandab. Zurück in Syrien bewerten El-Gawhary und Ramsauer die Lage knapp zwei Jahre nach dem Sturz Baschar al-Assads, insbesondere die wirtschaftliche Not, den Schutz von Minderheiten und die offenen Fragen der Transitional Justice. Im Libanon geht es um die geschwächte, aber weiterhin einflussreiche Hisbollah, die Rolle der libanesischen Armee und die Gefahr eines erneuten Bürgerkriegs. Für Gaza betonen beide die katastrophale humanitäre Lage, die Blockade von Hilfsgütern und die politische Sackgasse zwischen Hamas, Israel und den USA. Abschließend diskutieren sie die österreichische Nahostpolitik, die Suspendierung des EU-Assoziationsabkommens mit Israel und die Bedeutung einer klaren Positionierung für das Völkerrecht.