Es ist so etwas, wie der wahrgewordene saudische Albtraum. Das Land erlebt massive Angriffe auf seine zivile Infrastruktur und Ölanlagen, nachdem der Krieg mit den jemenitischen Houthi-Rebellen wieder aufgeflammt ist. Außerdem haben die Houthis inzwischen fast die gesamte jemenitische Rotmeer-Küste und vor allem die Meerenge Bab El-Mandab unter ihrer Kontrolle, durch die 12 Prozent der weltweiten Schiffhandels geht. Die Analyse von Karim El-Gawhary beschäftigt sich mit der Frage, wie Saudi-Arabien auf die Bedrohung reagieren kann, ohne den Konflikt im Jemen und die Konfrontation mit dem Iran weiter zu eskalieren. Er diskutiert auch die Gefahr einer regionalen Konfrontation, die die globale Energieversorgung weiter gefährden würde.
Die Houthis haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien ausgeweitet und dabei auch die Hauptstadt Riad angegriffen Außerdem wurde die strategisch wichtigen Ost-West-Ölpipeline ins Visier genommen. Besonders brisant ist die Kontrolle der jemenitischen Houthis über große Teile der Rotmeerküste und vor allem der Meerenge Bab al-Mandab, durch die 12 Prozent des weltweiten Schiffsverkehrs führt.
Damit sieht sich Saudi-Arabien zunehmend mit einer Bedrohung von Süden durch die Huthi und von Norden durch schiitische Milizen im Irak konfrontiert. Die Angriffe stehen zugleich im größeren Zusammenhang mit der Konfrontation zwischen Iran und den USA sowie dem regionalen Einfluss der iranischen Revolutionsgarden.
Saudi-Arabien steht deshalb vor der schwierigen Frage, ob eine militärische Reaktion die Huthi tatsächlich zurückdrängen kann, nachdem der Konflikt seit 2015 trotz der saudischen militärischen Überlegenheit weitgehend festgefahren war. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf diplomatische Bemühungen über Oman und Gespräche zwischen den USA und Vertretern der Huthi.
Auch die USA, die Türkei, Pakistan und Ägypten werden von Saudi-Arabien um Unterstützung gebeten, bislang zeichnet sich jedoch keine direkte militärische Beteiligung dieser Staaten ab. Für Washington stellt sich dabei insbesondere die Frage, ob ein militärischer Einsatz gegen die Huthi tatsächlich deren Strategie verändern würde oder lediglich eine weitere Eskalation mit dem Iran auslösen könnte.
Die Kontrolle von Bab al-Mandab macht den Konflikt zugleich zu einer internationalen Frage, weil die Meerenge für den globalen Handel und die Energieversorgung von großer Bedeutung ist. Eine weitere Eskalation könnte deshalb Auswirkungen weit über den Jemen und Saudi-Arabien hinaus haben und die internationalen Energiemärkte treffen.