Nahost. Nah Dran.

E22 Nah wozu und der Osten von was? Antwort auf Zuhörer-Fragen

Episode Summary

Diese Folge ist der Beantwortung von Fragen gewidmet, die El-Gawhary im Rahmen seines Podcast von Zuhörerinnen und Zuhörern über die Sozialen Medien gestellt wurden. Eine immer wiederkehrende Frage betrifft den Titel des Podcasts „Nahost. Nah Dran“ oder genauer gesagt der Verwendung des Begriffs „Nahost. El-Gawhary stellt fest, dass es natürlich außer Frage steht, dass der Begriff ein eurozentristischer ist. Naher Osten im Verhältnis zu wem? Er stammt aus dem 19. Jahrhundert als die kolonialen Mutterländer geografisch die Position ihrer Empires definiert haben. Diskutiert wird auch, welche Alternativen es zum Begriff Nahost gibt und ob diese praktikabel sind. El-Gawhary argumentiert am Ende, warum er am ende bei dem Begriff Nahost trotzdem verwendet.

Episode Notes

Diese Folge widmet sich Fragen aus der Hörerschaft rund um den Begriff „Nahost“ und dessen Bedeutung. El-Gawhary erklärt, dass sowohl „Nahost“ als auch der englische Begriff „Middle East“ aus einer eurozentrischen und kolonialen Perspektive des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Er zeigt auf, dass geografische Bezeichnungen immer vom jeweiligen Blickwinkel abhängen und deshalb nicht neutral sind. Als mögliche Alternativen nennt er „Westasien“ sowie die in der Wissenschaft gebräuchlichen Begriffe „WANA“ und „SWANA“, die auch Nordafrika einschließen. Gleichzeitig weist El-Gawhary darauf hin, dass sich der Begriff „Nahost“ in Medien, Politik und selbst in der arabischen Welt weiterhin etabliert hat. Für seinen Podcast nutzt er den Begriff deshalb bewusst weiter, weil er allgemein verständlich und sprachlich prägnant ist. Darüber hinaus erklärt El-Gawhary, dass der Titel „Nahost. Nah dran.“ auch die enge geografische, politische und gesellschaftliche Verbundenheit zwischen Europa sowie Westasien und Nordafrika ausdrücken soll. Abschließend plädiert er dafür, sich der kolonialen Prägung von Sprache bewusst zu sein und Begriffe stets kritisch zu hinterfragen.