In dieser Folge ordnet Karim El-Gawhary die jüngste Eskalation zwischen Iran und Israel ein, bei der direkte iranische Raketenangriffe auf Israel und israelische Luftschläge auf den Iran aufeinanderfolgen. Er erklärt, warum Teheran die libanesische und iranische Front bewusst miteinander verknüpft und den Konflikt als Test dafür nutzt, ob US-Präsident Donald Trump den israelischen Premier Netanjahu im Libanon tatsächlich stoppen kann oder will. El-Gawhary zeigt auf, welche politischen und militärischen Optionen Trump hat – und welche regionalen Eskalationsszenarien drohen, wenn es nicht zu einem echten Ende des Krieges im Libanon kommt.
Karim El-Gawhary beschreibt in dieser Episode ein neues Eskalationsniveau im Iran-Israel-Konflikt: Nach israelischen Angriffen auf Beirut greift der Iran nun direkt Israel mit Raketen an, woraufhin Israel wiederum Ziele im Iran bombardiert. Zentral ist die Strategie Irans, die libanesische und iranische Front untrennbar miteinander zu verbinden: Nur wenn der Krieg im Libanon endet, sollen auch im Iran die Waffen schweigen und ein Abkommen mit den USA möglich werden. Aus Sicht Teherans ist der aktuelle Waffengang ein bewusster Test, ob Trump in der Lage und willens ist, Netanjahu im Libanon zu stoppen, oder ob Israel weiterhin jeden Ausgleich zwischen Washington und Teheran sabotieren kann.
Gelingt es Trump nicht, Israel im Libanon zu bremsen, droht laut El-Gawhary eine weitere Eskalation – von möglichen iranischen Aktionen an der Meerenge Bab el-Mandab bis hin zu Angriffen auf Ölanlagen und Pipelines am Golf, die derzeit die Sperrung der Straße von Hormuz umgehen. El-Gawhary schließt mit der Einschätzung, dass Trump an einem entscheidenden Kreuzweg steht: Entweder investiert er ernsthaft politisches Kapital, um den Krieg im Libanon zu stoppen, oder er riskiert langfristig eine noch tiefere Verstrickung der USA in einen direkten Krieg mit dem Iran.