Nahost. Nah dran.

#2 Über Israels Vormarsch im Libanon

Episode Summary

In dieser Folge von „Nahost. Nah dran.“ analysiert Karim El-Gawhary die massiven israelischen Angriffe im Libanon und fragt, ob Premierminister Benjamin Netanjahu damit einen politischen Gewinn erzielen kann. Er zeigt, wie der militärische Vormarsch Israels im Südlibanon an die Besatzung von 1982–2000 erinnert und paradoxerweise der Hisbollah neue Legitimität verschafft. Gleichzeitig beleuchtet er, wie der Konflikt die Verhandlungen zwischen den USA und Iran torpediert und den gesamten Nahen Osten an den Rand einer weiteren Eskalation bringt.

Episode Notes

Karim El-Gawhary nimmt die Hörerinnen und Hörer mit nach Libanon und beschreibt, wie die israelische Armee mit massiven Angriffen und einem Vormarsch bis zur Kreuzritterburg Beaufort einen gefährlichen Kurs fährt, der stark an die Besatzung des Südlibanon von 1982 bis 2000 erinnert. Er legt dar, dass Israels politische Rechnung nur aufgehen könnte, wenn die schwache libanesische Regierung die Hisbollah entwaffnet – ein Szenario, das er als unrealistisch und potenziell bürgerkriegsgefährdend bewertet. Zugleich erklärt El-Gawhary, wie die erneute Präsenz israelischer Truppen der Hisbollah als „Schutzmacht“ der schiitischen Bevölkerung neue Legitimität und ein riesiges Rekrutierungspotenzial verschafft. Auf diplomatischer Ebene zeigt er, wie der Iran die Verhandlungen mit den USA aussetzt, solange kein echter Waffenstillstand im Libanon erreicht ist, und wie Donald Trumps Versuche, einen fragilen Waffenstillstand zu vermitteln, an den Realitäten vor Ort zu scheitern drohen. Am Ende warnt El-Gawhary mit Verweis auf den israelischen Kolumnisten Gideon Levy vor einem dramatischen Moment, in dem sich entscheidet, ob Israel in einen umfassenden Libanonkrieg und damit in eine erneute Eskalation mit Iran und im gesamten Nahen Osten steuert.