Nahost. Nah dran.

#1 Interview mit meinem Vater: Über das Attentat von München 1972, Teil 1

Episode Summary

Karim El-Gawhary spricht in der ersten Folge seines Podcasts mit seinem Vater Magdi El-Gawhary über das Olympia-Attentat in München 1972. Magdi versuchte damals als Nahost-Experte zwischen deutschen Behörden und palästinensischen Attentätern zu vermitteln, wurde aber zwei Wochen später aus Deutschland ausgewiesen. Es ist das erste Mal, dass die beiden öffentlich über diese familiengeschichtliche Episode sprechen, die bis heute Fragen aufwirft.

Episode Notes

Ein sehr persönliches Gespräch mit dem eigenen Vater Magdi, der bei Olympia-Anschlag 1972 zwischen den deutschen Behörden und den palästinensischen Attentätern vermittelt hat. Das Gespräch zwischen Vater und Sohn beleuchtet nicht nur die dramatischen Ereignisse rund um den Anschlag, sondern auch dessen langfristige Auswirkungen auf die Familie und wirft kritische Fragen zur offiziellen Aufarbeitung auf.

Am 5. September 1972 überfiel ein palästinensisches Kommando der Organisation “Schwarzer September” das israelische Quartier im Olympiadorf München und nahmen elf Athleten als Geiseln, zwei wurden sofort erschossen. Der damals 31-jährige Magdi El-Gawhary wurde als Nahost-Experte vom Auswärtigen Amt als Vermittler eingesetzt und führte Gespräche mit dem Führer Issa, um eine friedliche Lösung zu erreichen. Gemeinsam mit arabischen Diplomaten entwickelte er einen Ausreiseplan nach Ägypten, doch stattdessen endete die Geiselnahme in einer katastrophal gescheiterten Befreiungsaktion am Flughafen Fürstenfeldbruck mit 17 Toten. Trotz Dankesschreibens des Auswärtigen Amts wurde Magdi zwei Wochen später in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ausgewiesen und verbrachte zweieinhalb Jahre im ägyptischen Exil. Nach einem zehnjährigen Rechtsstreit erhielt er ein garantiertes Aufenthaltsrecht, erst 20 Jahre nach der Ausweisung wurde er eingebürgert.

Kamera: Aiman Atef